Schlafstörungen

Schlafstörungen Augsburg
Schlaflos in Deutschland 

Sie leiden an Schlafstörungen? Da befinden Sie sich in bester Gesellschaft: Fast jede zweite Frau und jeder vierte Mann in Deutschland schläft schlecht. Häufige Ursachen sind beruflicher Stress sowie familiäre und gesundheitliche Probleme.

Es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie viel Schlaf für eine ausreichende Regeneration des Körpers nötig ist. Manchen Erwachsenen reichen fünf bis sechs Stunden pro Nacht, während andere neun Stunden brauchen, um sich ausreichend erholt zu fühlen. Entscheidend ist dabei vor allem das persönliche Empfinden. Wer sich nach dem Aufwachen fit und ausgeschlafen fühlt, hat gut geschlafen – egal ob das nun sechs oder acht Stunden waren.

Paläo-Schlaf?

In zahlreichen Ratgebern und Artikeln ist zu lesen, dass Menschen in westlichen Industrieländern zu wenig schlafen. 7-8 Stunden sollten es angeblich schon sein. Unsere Vorfahren in der Steinzeit hätten länger und tiefer geschlafen. Ist das wirklich so?

Forscher der University of California in Los Angeles kommen zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Im Rahmen ihrer Studie, untersuchten sie die Schlafgewohnheiten und die damit verbundenen Umweltbedingungen bei drei Naturvölkern: Bei den Hadza (Tansania), den San (Namibia) und den Tsimane (Bolivien). Es handelt sich um Jäger-und-Sammler-Kulturen, die noch weitgehend ungestört von modernen, westlichen Einflüssen leben.

Die Auswertungen ergaben, dass die meisten untersuchten Menschen im Durchschnitt 6,5 Stunden schliefen. Diese Dauer befindet sich am unteren Ende der Mittelwerte unter Erwachsenen in den industrialisierten Ländern Europas und Amerikas. Die Jäger und Sammler gehen auch nicht mit der Sonne schlafen, wie oft behauptet: Im Durchschnitt blieben sie noch ca. 3,5 Stunden nach dem Ende der Tageslichtphase wach.

Unterbrechungen sind normal

Viele Menschen meinen, dass sie unbedingt sieben bis acht Stunden durchschlafen müssen. Dabei ist gelegentliches Aufwachen ganz natürlich. Auch unsere Vorfahren schliefen offenbar nicht am Stück, sondern in mehreren Phasen. Man geht davon aus, dass häufiges Erwachen sogar ein Evolutionsvorteil war. Öfter wach zu werden, konnte in der Wildnis lebensrettend sein, um Gefahren frühzeitig zu erkennen. Naturvölker schlafen auch heute in mehreren Phasen. Es ist bei ihnen üblich, öfter aufzuwachen, zu schlummern, wieder einzunicken oder auch mal aufzustehen und sich kurz zu unterhalten.

Solche Gewohnheiten unterscheiden sich stark vom Schlafverhalten der modernen, westlichen Industrienationen, wo 7-8 Stunden Schlaf am Stück als optimal angesehen werden.

Es ist daher falsch zu glauben, es gebe nur eine einzig richtige Art zu schlafen.

Man sollte sich nicht unter Druck setzen, um den üblichen Vorstellungen von gesundem Schlaf gerecht zu werden. Auch wer wenig schläft und häufig aufwacht: Fühlt man sich am nächsten Morgen erholt und fit, hat man ausreichend geschlafen.

Auf die leichte Schulter muss man Ein- und Durchschlafstörungen natürlich trotzdem nicht nehmen. Schlafstörungen sind oft Symptom verschiedener Erkrankungen wie z.B. Depressionen, Schlafapnoe, chronischen Schmerzen, Schildrüsenerkrankungen. Wer sich tagsüber ständig müde und unkonzentriert fühlt, weil er nicht einschlafen kann oder sein Schlaf von längeren Wachzeiten zerstückelt wird, sollte sich untersuchen und beraten lassen.

Schlafqualität

Es bleibt die  Frage: Warum klagen Menschen aus modernen Industrieländern so häufig über Schlafstörungen? Bei den Naturvölkern ist dies offensichtlich nicht der Fall: Die San in Namibia haben nicht einmal Begriffe dafür, obwohl sie nicht länger und auch nicht frei von Unterbrechungen schlafen.

Was genau unseren Schlaf stört, wird sicherlich weiterhin erforscht werden. Möglicherweise spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

  • Temperatur: Bei Naturvölkern, die ohne Zentralheizung leben, sinkt die Umgebungstemperatur über Nacht kontinuierlich ab. Schlafforscher sind der Meinung, dass dies einen positiven Einfluss auf die Schlafqualität haben könnte.
  • Künstliches Licht: Licht hemmt nachweislich die abendliche Bildung des körpereigenen Schlafhormons Melatonin. Melatonin wird in der Zirbeldrüse produziert und sorgt dafür, dass wir uns müde fühlen. Während der Melatoninspiegel am helllichten Tag niedrig ist, steigt er über den Abend und erreicht etwa zwischen elf und drei Uhr nachts den höchsten Wert. Danach sinkt die Melatoninmenge im Körper wieder ab, wodurch wir morgens letztendlich aufwachen. Künstliches Licht kann diesen natürlichen Rhythmus stören.
  • Stress: Laut Umfragen ist Stress eine der Hauptursachen für Schlafstörungen. Berufliche und private Probleme führen oft zu kreisenden Gedanken, die einen vom Einschlafen abhalten können. Das Leben von Naturvölkern ist sicherlich nicht frei von Problemen. Aber im Vergleich, ist ihre Lebensweise schlichter und übersichtlicher. Sie sind beispielsweise nicht dem täglichen Informations-Tsunami, aus stündlich aktualisierten Online-News, Social-Media, E-Mails usw. ausgesetzt. Diese Flut an Infos und Bildern muss unser Gehirn verarbeiten. Ob bewusst oder unbewusst. Ein entschleunigter Lebensstil, die Vermeidung von überflüssigen, stimulierenden Unterhaltungsinfos, mehr Ruhe und weniger Rastlosigkeit, können helfen das Gedankenkarussell zu verlangsamen und das Einschlafen zu erleichtern.

Natürliche Substanzen, die oft bei Schlafstörungen angewendet werden:

  • Tryptophan
  • Glycin
  • Theanin
  • Magnesiumglycinat
  • CBD
  • Lavendel
  • Zitronenmelisse
  • Baldrian
  • Hopfen
  • Johanniskraut
  • Goldmohn

Als ganzheitlich orientierter Heilpraktiker empfehle ich auch bei Schlafstörungen verschiedene Behandlungsmethoden zu kombinieren, um Synergieeffekte zu erzielen. Neben der Einhaltung von Schlafhygiene, Stressreduktion, der Zufuhr von schlaffördernden Wirkstoffen u.v.a., kann auch eine psychologische Beratung empfehlenswert sein.

Ich helfe Ihnen gerne in meiner Praxis in Augsburg.