Reizdarm

Wenn Die Verdauung Stress macht

Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes. Typische Symptome sind Übelkeit, Schmerzen im Bauchbereich, Blähungen, Diarrhoe oder Obstipation. Bestimmte Ursachen und Trigger für die Verdauungsprobleme sind oft nicht zu erkennen. Bis zur Diagnose Reizdarm ist es oft ein langer und nervenaufreibender Weg. In vielen Fällen werden Betroffene nicht ernst genommen. Erst durch das Ausschlussprinzip anderer Erkrankungen wird die funktionelle Störung erkannt. Die Gründe sind schwer zu ermitteln und die Symptome sehr belastend. Oft haben Patienten eine lange Ärzte-Odyssee hinter sich, bis dann wirklich Klarheit herrscht. Wenn folgende Kriterien erfüllt sind, könnte die Diagnose Reizdarmsyndrom lauten:

  • Diarrhoe, Bauchschmerzen, Obstipation und Blähungen: Sie können für sich oder gemeinsam auftreten.
  • Die Störungen bestehen über einen Zeitraum von mindestens 12 Wochen.
  • Die Beschwerden schränken die Lebensqualität deutlich ein.
  • Andere organische Ursachen können ausgeschlossen werden.
Ursachen

Beim Reizdarmsyndrom ist die komplexe Regulation zwischen vegetativem Nervensystem und der Darmmuskulatur gestört. Auch wenn die Beschwerden nicht wirklich als gefährlich angesehen werden, ist die Lebensqualität der Betroffenen doch stark beeinträchtigt. Bei sensiblen Menschen führt Stress in vielen Fällen zu Magen-Darm-Beschwerden. Das enterische Nervensystem befindet sich bei Reizdarm-Patienten oft ununterbrochen in einem übersteigerten Erregungszustand. Die Regulierung der Darmbewegungen spielt verrückt und es werden Schmerzsignale an das Gehirn weitergeleitet.

Ein gestörtes Mikrobiom kann mitursächlich für die Entstehung von Reizdarm-Symptomen sein: Die Verabreichung von Antibiotika, aber auch Magen-Darm-Infekte können das natürliche Gleichgewicht der Darmflora durcheinander bringen. Bei einer chronischen Dysbiose besteht zudem die Gefahr, dass sich die Darmschleimhaut verändert. Bei einem „Leaky-Gut“ ist die Darmwand durchlässiger für Giftstoffe und Krankheitserreger. Mehr Unverträglichkeiten und eine erhöhte Entzündungsneigung können die Folge sein.

Ernährungstherapie

Laut einer aktuellen Studie kann es hilfreich für Reizdarm-Patienten sein, FODMAP-reiche Lebensmittel zu meiden. Dadurch kann Beschwerden vorgebeugt und die Erkrankung positiv beeinflusst werden.

Was sind FODMAPS?

Fermentierbare Oligosaccharide Disaccharide Monosaccharide And Polyole:
Diese speziellen Kohlenhydrate sind vor allem in Brot, Süßwaren und manchen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Sogenannte Zuckeralkohole (Polyole) sind als Zuckerersatz und Feuchthaltemittel oft in Fertigprodukten zu finden. FODMAPS können in vielen Fällen starke Blähungen verursachen und bei Reizdarm-Patienten den überempfindlichen Darm belasten.

Bei einer FODMAP-reduzierten Ernährungsweise müssen Betroffene sich für ein paar Wochen massiv einschränken: Man sollte dabei in diesem Zeitraum auf alle schnell vergärenden Kohlenhydrate verzichten. Dies erfordert viel Disziplin und ist für viele eine große Herausforderung. Nach etwa zwei Monaten kann FODMAP-haltige Nahrung wieder langsam in den Ernährungsplan integriert werden um die Verträglichkeit zu testen.

Für Reizdarm-Patienten ist es hilfreich ein Ernährungstagebuch zu führen. Darin kann man notieren, welche Lebensmittel über den Tag verteilt konsumiert wurden und zu welchem Zeitpunkt Beschwerden aufgetreten sind.

Sollte eine FODMAP-Diät nicht ausreichen, kann zusätzlich eine Lektin-reduzierte Ernährung ausprobiert werden, um mögliche Auslöser besser zu erkennen.

Natürliche Wirkstoffe die eine Ernährungstherapie ergänzen können:

  • Pfefferminze
  • Probiotika und fermentierte Lebensmittel
  • Flohsamenschalen
  • Anis
  • Guarkernmehl
  • L-Glutamin

Als ganzheitlich orientierter Heilpraktiker kombiniere ich bei Reizdarm die Ernährungstherapie mit einer psychologischen Beratung, da häufig auch chronischer und akuter Stress Auslöser für Verdauungsbeschwerden ist.

Ich berate und unterstütze Sie gerne in meiner Praxis in Augsburg.