Weltweit kämpfen über 300 Millionen Menschen mit Depressionen. Tendenz steigend.
Was verursacht dieses, noch immer oft unterschätzte, Seelentief?
Die gängigste Erklärung ist, dass die psychischen Beschwerden durch ein Ungleichgewicht oder Mangel bestimmter Neurotransmitter im Gehirn entstehen. Diese sogenannte Monoamin-Hypothese ist schon seit vielen Jahren die bekannteste, inzwischen aber sehr umstrittene, Theorie.
Die Depression ist eine äußerst komplexe Erkrankung. Erfahrene Ärzte und Heilpraktiker vermuten schon lange, dass die Beschwerden nicht immer nur dadurch entstehen, weil von bestimmten Botenstoffen zu viel oder zu wenig vorhanden sind.
Es gibt zahlreiche Ursachen, welche die Entstehung dieser psychischen Erkrankung begünstigen können. Hier ein paar Beispiele:
Auch wenn man diese komplexe Erkrankung nicht auf einen Mangel an Serotonin oder Noradrenalin reduzieren sollte, darf man die Bedeutung des Neurotransmitterhaushalts bei Depressionen natürlich nicht unterschätzen. Botenstoffe sind Substanzen, die Informationen von Neuron zu Neuron weiterleiten. Das Gleichgewicht dieser komplexen Abläufe kann bei depressiven Beschwerden gestört sein. Beispielsweise können Rezeptoren gegenüber einem bestimmten Neurotransmitter überempfindlich oder unempfindlich sein, was dazu führt, dass ihre Reaktion auf seine Freisetzung übermäßig oder unzureichend ist. Bestimmte Antidepressiva können die Konzentration dieser Neurotransmitter in den Synapsen erhöhen und in 40-60% der Fälle scheint dieser medikamentöse Eingriff in das Botenstoffsystem auszureichen um depressive Symptome zu lindern.
Durch die Verwendung moderner bildgebender Technologien kann man inzwischen besser verstehen, welche Gehirnregionen die Stimmung regulieren und bei der Entstehung von Depressionen beteiligt sind. Bereiche, die eine wichtige Rolle spielen, sind die Amygdala, der Thalamus und der Hippocampus.
Der Hippocampus ist bei vielen depressiven Menschen verkleinert. In einer im Journal of Neuroscience veröffentlichten Studie untersuchten Forscher 24 Frauen mit Depressionen. Im Durchschnitt war der Hippocampus bei den depressiven Probandinnen 9 bis 13% kleiner als bei den gesunden Teilnehmerinnen. Je schwerwiegender die Symptome, desto kleiner war der Hippocampus. Stress, der bei der Entstehung von Depressionen eine wichtige Rolle spielt, scheint hier ein Schlüsselfaktor sein.
Man geht davon aus, dass chronischer Stress die Produktion neuer Neuronen im Hippocampus unterdrücken kann.
Die Struktur von Nervenzellverbindungen und das Nervenzellwachstum, vor allem im Hippocampus, spielen eine wichtige Rolle bei der Pathogenese und es ist richtig, dass z.B. mit der Veränderung des Serotoninspiegels langfristig die neuronale Plastizität verbessert und die Neuronenbildung gefördert wird.
Die Neurogenese kann aber auch durch Psychotherapien, ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährungsweise, bestimmte Mikronährstoffe und pflanzliche Substanzen positiv beeinflusst werden.
Das Wachstum der Nervenzellen und die neuronale Plastizität stehen also nicht zwingend in Zusammenhang mit einem höheren Serotoninspiegel.
Erfahrene Ärzte und Heilpraktiker wissen, dass die Erhöhung bestimmter Neurotransmitterspiegel im Gehirn nur eine von vielen Möglichkeiten ist, die Neurogenese zu stimulieren.
Einige Forscher sind der Meinung, dass ein Überschuss entzündungsfördernder Zytokine eine wesentliche Rolle bei der Pathogenese dieser psychischen Erkrankung spielt. Man vermutet, dass chronisch-entzündliche Prozesse im Körper zu Veränderungen in den Neurotransmittersystemen führen und dadurch psychische Symptome verursachen können. Entzündungen scheinen auch die Wirksamkeit von Medikamenten zu beeinträchtigen.
Bestimmte Erkrankungen stehen in Zusammenhang mit Stimmungsstörungen und depressiven Beschwerden.
Zu den bekanntesten Auslösern zählen beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen. Eine Überfunktion kann manische Symptome auslösen. Auf der anderen Seite führt eine Unterfunktion häufig zu Erschöpfung und gedrückter Stimmung.
Beispiele für Erkrankungen die mit Depressionen und psychischen Störungen in Verbindung gebracht werden:
Um herauszufinden, ob psychische Beschwerden und Stimmungsschwankungen eigenständige Probleme sind oder die Folge einer Erkrankung, ist eine gründliche Anamnese und Untersuchung erforderlich.
Eine medikamentöse Behandlung zeigt bei ca. 30-40 % der Betroffenen keine ausreichende Wirkung. Daher ist es wichtig, auch Lösungen für Patienten zu finden, die nicht oder nur unzureichend auf gängige Verfahren ansprechen.
Das Ziel einer erfolgreichen Therapie, sollte letztendlich nicht nur eine akzeptable Wiederherstellung der „Funktionstüchtigkeit“ sein. Verschiedene Behandlungsmethoden können einander ergänzen und hilfreich für den Patienten sein.
Erfahrene Ärzte und Heilpraktiker wissen, dass es bei komplexen Erkrankungen wie Depressionen sinnvoll sein kann, Therapien zu kombinieren, um Betroffene bestmöglich zu unterstützen. Bei einer ganzheitlichen Behandlung gibt es kein entweder – oder.
Komplementäre Behandlungen wie TCM, eine entzündungshemmende Ernährungstherapie, ausreichend Bewegung und eine optimierte Mikronährstoffversorgung können entzündliche Prozesse positiv beeinflussen und BDNF-Spiegel im Gehirn erhöhen. Der Wachstumsfaktor BDNF fördert Wachstum, Regeneration und Entstehung neuer Neuronen im Hippocampus, der, wie schon erwähnt, bei Betroffenen oft verkleinert ist.
Im Idealfall sollte eine Psychotherapie immer Grundlage einer Depressionsbehandlung sein.
Die Depression ist eine äußerst hartnäckige Erkrankung, die in vielen Fällen, nicht einfach so in ein paar Wochen verschwindet. Auch wenn die schlimmste Phase überstanden ist und die Betroffenen wieder einigermaßen „funktionieren“, kann es noch Monate, in schweren Fällen auch Jahre dauern, bis der gewünschte Normalzustand wieder erreicht ist.
Daher ist es sehr wichtig, frühzeitig auf Symptome zu reagieren und Hilfe zu suchen, da diese Erkrankung gerade in der Anfangsphase oft gut behandelbar ist.
Ich berate und unterstütze ich Sie gerne in meiner Praxis in Augsburg.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr Informationen