Schuppenflechte

Schuppenflechte Augsburg
Schuppenflechte – eine Autoimmunerkrankung

Die Psoriasis bzw. Schuppenflechte ist eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Erkrankungen der Haut. Weltweit gibt es über 100 Millionen Betroffene.

Die typischen schuppigen und oft juckenden Hautstellen, auch Plaques genannt, entstehen bei der gewöhnlichen Schuppenflechte durch ein deutlich beschleunigtes Zellwachstum. Normalerweise erneuert sich die Epidermis innerhalb von ca. 30 Tagen. In dieser Zeit bildet die Haut neue Zellen und stößt die oberste, verhornte Hautschicht ab. Dieser Prozess ist üblicherweise nur bei Verletzungen, aufgrund des Reparaturmechanismus, beschleunigt. Auch bei der Schuppenflechte verläuft das schneller: Die Haut verhornt an den betroffenen Stellen in nur 3 bis 6 Tagen.

Gerade wenn die Plaques größer und für andere deutlich sichtbar sind, führt diese sehr hartnäckige und schwer behandelbare Hauterkrankung nicht selten bei den Betroffenen zu Schamgefühlen und einem negativen Selbstbild. In schweren Fällen reduzieren Psoriatiker ihre Sozialkontakte drastisch und isolieren sich, da viele Außenstehende die Krankheit fälschlicherweise für ansteckend halten und entsprechend abweisend reagieren. Dies kann psychische Probleme verstärken, was wiederum die Symptome verschlimmern kann.

Die chronische Autoimmunkrankheit verläuft in Phasen –  es gibt akute und relativ symptomfreie Zeiten im Wechsel. Schuppenflechte-Patienten haben recht oft Begleiterkrankungen, die den Leidensdruck noch verstärken können. Adipositas und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gehören dazu. Besonders problematisch ist der sogenannte „psoriatische Marsch“. Systemische Entzündungen können dann potentiell zu Gefäßschädigungen führen. Psoriasispatienten leiden zudem nicht selten an Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose.

In vielen Fällen kann die Schuppenflechte zusätzlich die Gelenke befallen. Schmerzen und Steifigkeit sind dann die Folge. Gerade bei der Psoriasis-Arthritis ist eine möglichst frühzeitige Behandlung notwendig um den fortschreitenden Entzündungsprozess zu verlangsamen und zu kontrollieren.

Ursachen

Die Ursache für den hyperaktiven Erneuerungsprozess der Haut bei Schuppenflechte-Patienten liegt in ihrem Immunsystem. Die körpereigene Abwehr befindet sich nicht mehr im Gleichgewicht. Das Immunsystem hat die Aufgabe schädliche Eindringlinge wie beispielsweise Bakterien und Viren zu erkennen und zu bekämpfen. Eine Abwehrreaktion des Körpers zeigt sich durch eine Entzündung. Bei Schuppenflechte handelt sich es aber um einen Fehlalarm. Dies führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Botenstoffen durch Immunzellen, die entzündliche Prozesse hervorrufen und beschleunigen. Der Abwehrmechanismus beruhigt sich nicht mehr und die Entzündung bleibt bestehen.

Obwohl bei den Betroffenen eine genetische Veranlagung vorliegt, muss die Krankheit nicht zwingend zum Ausbruch kommen. Typische Risikofaktoren sind vor allem Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum. Reizungen und Verletzungen der Haut, aber auch hormonelle Umstellungen, Infektionen, Umweltgifte und bestimmte Medikamente können Auslöser für akute Schübe sein. Psychische Belastungen und Stress können, ähnlich wie bei der Neurodermitis, die Symptome verschlimmern.

Symptome

Auf der Haut von Betroffenen sind rötliche und verdickte Hautbereiche mit weißlichen Schuppen zu sehen. Am häufigsten sind Ellbogen, Knie und die Kopfhaut betroffen. Letztendlich kann es aber jede Hautregion treffen. Die Hautveränderungen können sehr klein sein und vereinzelt auftreten, aber auch große Hautareale am ganzen Körpers befallen. Viele Patienten leiden auch an einer Nagelpsoriasis. Es entstehen dann kleine Vertiefungen, sogenannte Tüpfelnägel, oder gelbliche Verfärbungen. Auch der chronische Juckreiz ist für Betroffene sehr belastend.

Ernährungstherapie

Schuppenflechte ist chronisch, das heißt, man kann sie nicht ursächlich heilen. Die Veranlagung besteht und bleibt. Es ist jedoch möglich mit verschiedenen Mitteln die Schübe deutlich abzumildern und zu kontrollieren. Neben der medikamentösen Behandlung, ist eine gezielte Ernährungsumstellung ein, nicht zu unterschätzender, Bestandteil der Psoriasistherapie. Besonders hilfreich kann eine Reduzierung des Körpergewichts bei Adipositas sein. Gerade das Fettgewebe im Bauchraum wirkt nachweislich entzündungsfördernd. Vor allem zu viel Zucker, raffinierte Getreideprodukte und die berüchtigten Transfette sollten Betroffene meiden bzw. stark reduzieren und dafür den Anteil an Gemüse und Fisch deutlich erhöhen.

Studien zufolge kann ein reduzierter Konsum von tierischen Lebensmitteln und Fetten bei der Behandlung der Schuppenflechte hilfreich sein. Vor allem in Schweinefleisch, Innereien, Eigelb und fettreichen Milchprodukten ist die entzündungsfördernde Arachidonsäure enthalten. Fetter Fisch enthält zwar auch Arachidonsäure, kann das aber mit einem überdurchschnittlich hohen Omega-3-Gehalt wieder ausgleichen. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und eine ausreichende Zufuhr ist für Schuppenflechte-Patienten empfehlenswert. Neben der Arachidonsäure, ist es oft auch hilfreich den Konsum gesättigter Fettsäuren zu senken, da diese ebenfalls entzündliche Prozesse im Körper fördern können.

Neben einer ausgewogenen Ernährung mit viel Gemüse und Fisch, kann eine ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen wie beispielsweise Vitamin D und E dabei helfen Entzündungen im Körper zu kontrollieren.

Studien geben erste Hinweise darauf, dass Flavonoide, wie sie in Äpfel, Trauben, Zimt, Kakao, Beeren und vielen anderen Pflanzen vorkommen aufgrund ihrer antioxidativen, entzündungshemmenden, antiangiogenen, antiproliferativen und immunmodulatorischen Aktivitäten auch bei Schuppenflechte hilfreich sein könnten.

Als Heilpraktiker und Ernährungstherapeut berate und unterstütze ich Sie gerne in meiner Praxis in Augsburg.