Image

Ganzheitliche Psychotherapie


daozen-mood-balance | dmb

Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.
(Chamfort)


Mangel im Überfluss
Wir leben in Wohlstand und Sicherheit, haben eine gute medizinische Versorgung und besitzen mehr denn je. Trotzdem wird laut einer Prognose der WHO, die Depression, im Jahr 2030 die Volkskrankheit Nr. 1 in den Industrienationen sein.

In den wohlhabenden Ländern leben die Menschen in einer übersättigten Welt des Überflusses. Wir müssen keinen Hunger leiden. Jeder von uns hat eine Krankenversicherung, hat fließendes Wasser und ein Dach über dem Kopf. Die meisten sehen diese Dinge als selbstverständlich an und verlangen nach mehr.

Überdimensionale Fernseher, das neueste Smartphone, ein schickes Auto, ein Dutzend Schuhe usw. sind schon lange kein Luxus mehr, sondern Normalität. Im Vergleich zu den Menschen in Entwicklungsländern, leben wir in unvorstellbarem Überfluss. Wir haben fast unbegrenzte Möglichkeiten, uns zu vergnügen und unsere Freizeit kurzweilig und abwechslungsreich zu gestalten. Durch ein Überangebot an digitalen sozialen Netzwerken, haben wir mehr Freunde als je zuvor.

Wieso aber nehmen dann psychische Erkrankungen wie Depressionen und Burn-Out in den Industrienationen immer weiter zu?

Suche nach Glück
Eigentlich geht es im Leben letztendlich nur um die Erlangung und Erhaltung von Zufriedenheit. Alles was wir tun, machen wir, um irgendwann Zufriedenheit und Glück zu erfahren. All die unangenehmen Dinge und Pflichten des Alltags würden wir nicht aushalten, wenn es nicht die Aussicht auf ein bisschen Glück gäbe.

Was benötigen wir, um glücklich zu sein? Um unser Leben zu erhalten würden Nahrung, Wasser und ein Dach über dem Kopf reichen. Die wenigsten wären wohl zufrieden damit. Warum eigentlich? Ist das Leben an sich nicht ausreichend um glücklich zu sein?

Ein Neugeborenes beispielsweise interessiert sich nur für die Mutter, die ihm Wärme, Geborgenheit und Nahrung schenkt. Es braucht nicht mehr, um zufrieden zu sein. Auch Kleinkinder benötigen noch nicht viel. Ein Eimer Sand reicht, um sie stundenlang zu unterhalten. Mit zunehmendem Alter brauchen wir immer mehr, ohne je wieder das Glückslevel zu erreichen als wir noch Kinder waren.

Ein durchschnittlicher Erwachsener benötigt einen Partner, Familie, Freunde, Liebe, Anerkennung, einen Job, eine Unterkunft, ein Auto, ein Smartphone, einen Internetanschluss, schicke Klamotten, schmackhaftes Essen, Urlaub, Unterhaltung aller Art usw. um einigermaßen zufrieden zu sein.

Warum brauchen Kinder so wenig und Erwachsene so viel um sich glücklich zu fühlen?

Es ist das Gefühl der Ganzheit und Verbundenheit, welches mit der Zeit immer mehr verloren geht.

Ganzheit
Wahre Zufriedenheit kann aus Sicht vieler östlicher Philosophien nur im Zustand der Einheit bzw. Ganzheit entstehen.

Was ist Ganzheit?

„Ganz“ bedeutet ursprünglich heil, unverletzt und vollständig. Ganzheit entspringt der Selbstvergessenheit. Wenn wir nur an uns denken und uns vollständig mit unserem Körper und unseren Bedürfnissen identifizieren, entsteht Selbstbezogenheit bzw. das Ego.

Ein Neugeborenes besitzt ein nur sehr kleines Ego. Es denkt nicht bewusst an sich selbst. Hunger oder Schmerz werden zwar wahrgenommen, aber noch nicht mit einem Ich verbunden. Die Aufmerksamkeit und Bedürfnisse beschränken sich nur auf die Mutter. Eine Trennung zwischen dem Ich und der Umwelt ist noch nicht sehr ausgeprägt.

Mit den Jahren wächst das Ego und mit ihm auch die Bedürfnisse. Je größer die Selbstbezogenheit und die Illusion eines eigenständigen Ichs werden, umso ausgeprägter ist das Gefühl der Getrenntheit. Wir beginnen zu denken:

„Das bin ich und das ist die Welt“.

Wenn man sich z.B. durch Meditation wieder der Ganzheit annähert, erkennt man, dass diese Trennung eigentlich gar nicht existiert:

„Ich bin die Welt“ oder „Ich bin in der Welt und die Welt ist in mir“.

Im Zustand der vollständigen Ganzheit ist dann schließlich niemand mehr vorhanden, der solche Feststellungen machen könnte.

Das klingt etwas verrückt, aber aus Sicht der Getrenntheit erscheint die Ganzheit seltsam und umgekehrt.

Das Ziel ist aber nicht, ständig in meditativen Zuständen der Egolosigkeit zu verweilen. Wir sollten praktisch denken und versuchen Wege zu finden unsere Selbstbezogenheit zu verringern um dadurch zufriedener zu werden.

Wir fühlen uns selten „ganz“. Wir sehen uns unbewusst als kleine, voneinander getrennte Bruchstücke in einer großen, unübersichtlichen Welt und versuchen durch das Ansammeln von Besitz, Macht, Ansehen und Geld etwas größer zu werden. Durch die Einbindung in eine Gesellschaft, in einen Freundeskreis und in eine Familie fühlen wir uns nicht mehr so klein und verloren.

Sobald wir aber unser Ego vergessen, verschwindet die Getrenntheit und es ensteht Zufriedenheit und Verbundenheit.

Wie vergisst man sein Ich?

Die übliche Methode ist Ablenkung. Der Partner, Familie, Freunde, Hobbys, Social Media, Unterhaltung aller Art usw. helfen uns dabei, nicht allein mit unserem Ego zu sein. Niemand ist gerne allein mit seinem Ego. Deswegen verabscheuen die meisten Einsamkeit.

Letztendlich sind dies aber nur Maßnahmen zur Symptombekämpfung, ohne Aussicht auf wirkliche Heilung.

Eine bessere Methode ist das Gedankenkarussell zu verlangsamen und zu stoppen. Sobald wir aufhören zu denken und beginnen intuitiv zu handeln, entsteht das sogenannte „Flow-Gefühl“. Yoga, Tai Chi und Joggen sind beispielsweise gute Wege den Gedankenfluss anzuhalten.

Im Grunde ist jede Tätigkeit die wir konzentriert, aber unverkrampft und frei von Gedanken ausführen können geeignet um den „Flow-Zustand“ zu erreichen.

In Trancezuständen und vor allem in tiefer Meditation können schließlich höhere Stufen der Selbstvergessenheit erfahren werden.

Vollständige Egolosigkeit, mündet in die Erfahrung der Ganzheit.

Ganzheit ist der Ursprung und die Quelle von Glück. Wir könnten ständig in Zufriedenheit baden, aber wir suchen lieber unser ganzes Leben wo anders danach. Wir geben uns mit den kleinen und vergänglichen Glückstropfen zufrieden, die uns die Welt bietet und vergessen die unendliche Quelle in uns.

Wir gehen betteln, obwohl wir im Grunde unermesslich reich sind.

Herdentrieb
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Ohne Interaktion mit anderen Menschen, ohne Liebe, Zuneigung und Anerkennung würden wir emotional verarmen. Psychische Erkrankungen wären die Folge. Deswegen ist Isolationshaft eine so gefürchtete Strafe. Man hat zwar genug zu Essen und zu Trinken, aber die Einsamkeit über einen langen Zeitraum ist für die meisten eine unerträgliche Folter.

Auf der anderen Seite sind belastende Beziehungen und der oft unvermeidbare Kontakt zu ungeliebten Mitmenschen häufig Auslöser für Frustrationen. Obwohl wir in ein mehr oder weniger großes soziales Netzwerk eingebunden sein müssen um zufrieden zu sein, ist die zu starke Anpassung an die Sitten, Vorgaben und Ideologien einer Gesellschaft hinderlich für die Entwicklung einer frei denkenden und emotional unabhängigen Persönlichkeit.

Unsere Zufriedenheit ist mehr oder weniger stark von der Meinung anderer abhängig. Das soziale Netzwerk, in das wir eingebunden sind, vermittelt uns Geborgenheit und Sicherheit. Aber auf der anderen Seite entsteht auch der Druck von den Mitmenschen akzeptiert zu werden und kein Außenseiter sondern „gesellschaftsfähig“ zu sein.

Wir wollen unseren Freunden und Bekannten gefallen, womöglich sogar bewundert oder beneidet werden. Man versucht mitzuhalten oder sogar besser zu sein, und will auf keinen Fall abgehängt werden.

Wir vergleichen uns ständig mit unseren Mitmenschen. Der Nachbar hat ein größeres Auto, der Kollege verdient mehr Geld, der Freund führt eine glücklichere Beziehung, usw. Selbst Menschen, die diesen Rummel so weit es geht meiden können meist nicht verhindern, dass solche oder ähnliche Gedanken von Zeit zu Zeit auftauchen.

Viele Menschen spielen dieses Spiel mit großem Ehrgeiz mit und wollen zu den „Gewinnern“ gehören. Sie setzen alles daran um in der Gesellschaft aufzusteigen und arbeiten noch härter um das Erreichte zu erhalten. Sie sind ständig bemüht sich und ihr Leben zu optimieren.

Da sie akzeptiert, gebraucht, geliebt und bewundert werden wollen, sind sie stark von der Meinung anderer abhängig. Sie finden keine Ruhe, haben viele Verpflichtungen und hetzen rastlos von Termin zu Termin.

Jing
Aus taoistischer Sicht gibt es Menschen, die so ein stressiges und anstrengendes Leben unbeschadet führen können. Sie haben ausreichend Jing, eine Art Grundenergie oder Lebensessenz. Wie viel wir davon besitzen ist schon von Geburt an festgelegt.

Viele Spitzenpolitiker haben offensichtlich sehr viel Jing. Sie können ein unbeständiges und anstrengendes Leben mit viel Druck, Stress und wenig Schlaf führen ohne auf Dauer ernsthaft zu erkranken.

Man kann zwar diese „Lebensbatterie“ leider nicht aufladen, aber durch einen harmonischen und gesunden Lebensstil verhindern, dass sie sich zu schnell entleert. Chronischer Stress und ein ungesunder Lebensstil sind beispielsweise Ursachen dafür, dass sich die „Jing-Batterie“ zu schnell und unumkehrbar entlädt.

Man kann Jing mit einem Konto vergleichen auf das man nichts einzahlen und nur abheben kann. „Jing-Milliardäre“ können ungesund leben, rauchen, zu viel Alkohol trinken und trotzdem in bester Gesundheit alt werden. Jeder kennt solche Beispiele.

Die meisten Menschen sind aber leider keine Energie-Milliardäre.

Wenn man trotzdem, durch eine stressige und ungesunde Lebensweise über seine Verhältnisse lebt, hat das natürlich negative Folgen für Körper und Geist.

Burn-Out, Erschöpfungszustände, Depressionen und eine sichtbar vorzeitige Alterung, sind bei diesen Personen typische Warnzeichen, dass nicht mehr genug Jing vorhanden ist und man dringend seinen Lebensstil ändern sollte.

Rückzug
Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die den gesellschaftlichen Normen nicht entsprechen können oder wollen. Oft sind es sehr sensible und nachdenkliche Persönlichkeiten, die Schwierigkeiten haben ein „normales“ Leben wie ihre Mitmenschen zu führen.

Soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, einen Lebenspartner zu finden und eine Familie zu gründen fällt ihnen oft sehr schwer. Sie können aus verschiedenen Gründen die gängigen Lebensziele nicht erreichen, die scheinbar Glück und Zufriedenheit versprechen.

Das eigentliche Problem dieser Menschen ist nicht, dass sie anders sind, sondern dass sie denken so sein zu müssen wie der Durchschnittsbürger mit Familie, Kindern und großem Freundeskreis. Die Überzeugung gesellschaftlichen Normen entsprechen zu müssen ist für viele der Grund für Unzufriedenheit.

Da sie die „normalen“ Lebensziele nicht verwirklichen können, entsteht Frustration und schließlich Resignation. Oft ziehen sie sich zurück und schotten sich von der Außenwelt ab, die sie überfordert und unglücklich macht. Der Rückzug in die eigenen 4 Wände scheint dann die einfachste Lösung zu sein um den Enttäuschungen und Ungerechtigkeiten des Lebens zu entfliehen.

Der mangelnde soziale Kontakt und die ständige Einsamkeit führen mit der Zeit zu Motivationslosigkeit, Ängsten und Depressionen. Die, sich ständig wiederholenden, negativen Gedankenmuster und die fehlende Interaktion mit den Mitmenschen hinterlassen auf Dauer Spuren in der Gehirnstruktur.

Man kann das Gehirn mit einem Muskel vergleichen, der beansprucht werden muss um funktionstüchtig zu bleiben.

Bei Depressiven die zurückgezogen leben, sich wenig bewegen und die Auseinandersetzung mit der Außenwelt scheuen, verändert sich auf Dauer die Gehirnstruktur. Langzeit-Depressive haben oft einen verkleinerten Hippocampus aufgrund einer gestörten Neurogenese.

Die gute Nachricht ist, dass das Gehirn die Fähigkeit hat sich zu regenerieren. Soziale Kontakte, das Erlernen neuer Hobbys, ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährung und eine Vielzahl an natürlichen Wirkstoffen können die Neurogenese fördern.

Das Wichtigste ist, meiner Meinung nach, aber ein grundsätzliches Überdenken unserer oft eingeschränkten und einseitigen Sicht auf das Leben.

Krisen können dabei helfen alte Verhaltensweisen und Denkmuster zu hinterfragen und neue Wege zu gehen.

Das Vergleichen macht unglücklich. Egal ob es der Überflieger ist, der sich verausgabt um besser als alle anderen zu sein oder der Sonderling, der vergeblich versucht ein Leben wie „normale“ Menschen zu führen – in beiden Fällen können Burn-Out und Depressionen die Folge sein.

Wir sollten nicht ständig dem Glück in der Welt hinterherjagen, verpassten Chancen nachtrauern oder die gegenwärtige Situation verteufeln, sondern versuchen, unsere innere Quelle der Zufriedenheit wiederzufinden, die uns Kraft und Geborgenheit spendet.


Als ganzheitlich orientierter Heilpraktiker, kombiniere ich buddhistisch-taoistische Psychologie, mit westlichen Konzepten, wie der Gesprächstherapie und der lösungsorientierten Kurzzeittherapie. Eine individuell angepasste Ernährungsberatung vervollständigt das DAOZEN-Konzept.

Ich berate Sie gerne in meiner Praxis in der Augsburger Innenstadt.

Ernährung und Psyche
Der Einfluss von Nahrung auf die psychische Gesundheit wird leider oft unterschätzt. Der Ernährungsstil kann auf hoch komplexe Weise unsere Psyche beeinflussen:

  • Mikrobiom: Die Essgewohnheiten beeinflussen die Zusammensetzung und Vielfalt unserer Darmbakterien. Unsere Mitbewohner ernähren sich von bestimmten Nahrungsbestandteilen und produzieren ihrerseits Substanzen, die sich auf unser Gemüt auswirken können. Mit seinen 100-200 Millionen Neuronen wird der Darm auch als das „zweite Gehirn“ bezeichnet, das über die Darm-Hirn-Achse mit dem „Kopfhirn“ kommuniziert.
  • Direkte Wirkung im Gehirn: Ein harmonisches Zusammenspiel der Neurotransmitter Noradrenalin, Serotonin, Dopamin, Acetylcholin, GABA und Glutamat in unserem Gehirn ist wichtig für unser psychisches Gleichgewicht. Für die Bildung der meisten Neurotransmitter sind Aminosäuren, Fettsäuren, Mineralstoffe und bestimmte Vitamine notwendig. Viele Bestandteile in Lebensmitteln können unseren Neurotransmitterhaushalt auch direkt beeinflussen: Theanin (grüner Tee) hat beispielsweise Einfluss auf die Botenstoffe Gaba und Dopamin. Curcumin (Kurkumawurzel) und Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA (Fisch), können auf den Serotoninspiegel einwirken.
  • Entzündung: Menschen, die an Depressionen, einer bipolaren Störung oder an Schizophrenie erkrankt sind, haben häufig chronisch erhöhte Entzündungswerte. Die Ernährungsweise hat einen erheblichen Einfluss auf entzündliche Prozesse im Körper. Eine Ernährung reich an Fertigprodukten, Frittiertem, Fast Food, Zucker und Omega-6-Fettsäuren wirkt nachweislich entzündungsfördernd. Laut einer Studie der Universität Bonn wirkt die Zufuhr von viel Zucker und Fett, bei gleichzeitig wenig Ballaststoffen sogar wie eine entzündlich-bakterielle Infektion im Körper. Eine Ernährung mit viel Gemüse, Kräutern, Obst, einfach ungesättigten Fettsäuren (Olivenöl) und Omega-3-Fettsäuren (Fisch) kann entzündlichen Prozessen entgegenwirken.

Kontaktieren Sie mich gerne bei Fragen oder Interesse: